Sich seines Äußeren und der entsprechenden Wirkung auf Frauen bewusst, blieb er ihnen gegenüber immer freundlich, aber eingeschüchtert und passiv und er hoffte auf ein Wunder.
Der alte Herr hat nicht wirklich was zu erzählen, aber viel loszuwerden. Mit Spannung und Vorfreude wartet er darauf, welcher der gerade zusteigenden Fahrgäste wohl gleich neben ihm Platz nehmen wird.
Nach einer hektischen Einführung fragte der Ein-Euro-Jobber verunsichert, was genau er denn jetzt eigentlich zu tun habe. Der Rektor wies ihm den Weg zum Klassenzimmer und sagte: "Entscheidend ist, dass Sie die Schüler irgendwie gut unterhalten."
Samstag, 4. Mai 2019
Mittwoch, 1. Mai 2019
Das sind keine Jugendliche, das sind hochgewachsene Kleinkinder, sagte er sich immer wieder, um den beruflichen Umgang mit ihnen halbwegs ertragen zu können.
Nach einer heißen Dusche föhnte Werner W. ein Sichtloch in den beschlagenen Badezimmerspiegel, als ihm jäh die ganze Absurdität seines Seins gewahr wurde. Nach 3 Sekunden ging es wieder und er kämmte sich routiniert den üblichen Mittelscheitel.
Nach einer heißen Dusche föhnte Werner W. ein Sichtloch in den beschlagenen Badezimmerspiegel, als ihm jäh die ganze Absurdität seines Seins gewahr wurde. Nach 3 Sekunden ging es wieder und er kämmte sich routiniert den üblichen Mittelscheitel.
Sonntag, 28. April 2019
So wie früher sich am Samstagabend einfach mal betrinken und abwarten, was passiert, funktionierte auch nicht mehr, da rein gar nichts mehr passierte. Seine Antriebslosigkeit und der Alkohol verstanden sich ausgezeichnet und gingen Hand in Hand.
Als junger Mann verachtete und verspottete er das bürgerliche Leben, mit Eintritt ins Erwerbsleben lebte er es. Als sich dann, so ungefähr auf halber Strecke, Verachtung und Spott zurückmeldeten, kam er aus der Nummer nicht mehr raus.
Als junger Mann verachtete und verspottete er das bürgerliche Leben, mit Eintritt ins Erwerbsleben lebte er es. Als sich dann, so ungefähr auf halber Strecke, Verachtung und Spott zurückmeldeten, kam er aus der Nummer nicht mehr raus.
Sonntag, 21. April 2019
Der törichte alte Mann ruderte wie wild mit den Armen und brüllte törichte Anweisungen. Als Chef war das sein gutes Recht, er hatte das alles hier mal aufgebaut.
Seine gutbürgerliche Existenz nötigte ihn, seinen Alkoholismus gut geplant und streng organisiert im Verborgenen auszuleben. Soff er sich einen an, war es eine Befreiung innerhalb der Zelle.
Erwartungsnervös wie ein Kind am Weihnachtsmorgen wachte und stand er morgens um fünf auf, ohne dass ihn irgendwas erwartet hätte. Der Restalkohol hatte ihn einfach nur verarscht.
Seine gutbürgerliche Existenz nötigte ihn, seinen Alkoholismus gut geplant und streng organisiert im Verborgenen auszuleben. Soff er sich einen an, war es eine Befreiung innerhalb der Zelle.
Erwartungsnervös wie ein Kind am Weihnachtsmorgen wachte und stand er morgens um fünf auf, ohne dass ihn irgendwas erwartet hätte. Der Restalkohol hatte ihn einfach nur verarscht.
Freitag, 19. April 2019
Sein Job war im Grunde ein schlechter Scherz, allenfalls eine triste Ablenkung von seiner Einsamkeit, genau wie das Fernsehen am Feierabend.
Viel zu lange schon klammerte sich Jens-Peter P. an die Glücksversprechen der Jugendkultur. Als er dann sah, dass C&A tatsächlich Band T-Shirts seiner Jugendidole zum Schleuderpreis anbot, kaufte er sich gleich drei.
Viel zu lange schon klammerte sich Jens-Peter P. an die Glücksversprechen der Jugendkultur. Als er dann sah, dass C&A tatsächlich Band T-Shirts seiner Jugendidole zum Schleuderpreis anbot, kaufte er sich gleich drei.
Sonntag, 14. April 2019
Herr Kühn schimpfte liebend gern und viel. Am liebsten schimpfte er über Ausländer: "Fachkräfte! Deutschland braucht Fachkräfte! Ich kann es nicht mehr hören! Was bringen uns denn diese Fachkräfte? – Babylonisches Sprachgewirr und Knoblauchfahnen beim Schlangestehen im Aldi!"
Er war verbittert. Mit Ende 40 hatte er einen Schlaganfall erlitten. Die motorischen Defizite als Folge der Hemiparese beeinträchtigten ihn so sehr, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Ein Jahr nachdem er arbeitslos wurde, verließ ihn seine Frau. Er hatte weder finanzielle Rücklagen noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung und lebte fortan dank staatlicher Unterstützung am Existenzminimum. Mit Anfang 50 zog er in eine winzige Einzimmerwohnung in einem Plattenbau. Seine soziale Abstellkammer, mehr habe er im Leben wohl nicht mehr zu erwarten, sagte er. Seine Nachbarn sind rücksichtslos lärmende Asoziale, die ihn nachts um den Schlaf bringen.
Im Zuge einer ABM war er eingestellt worden. Er verrichtete einfachste Arbeiten: Ablagen sortieren, Briefe eintüten, den Reißwolf füttern. Finanziell brachte ihm das nichts, aber so gehe zumindest die Zeit schneller rum. In seiner Wohnung halte er es nicht aus.
Als er wieder mal in der Kantine seine Tiraden abließ, um seiner Verbitterung Luft zu machen, fielen angeblich die Wörter "Bimbos" und "Scheißkanaken", was eine Kollegin dazu veranlasste, sich über Herrn Kühn zu beschweren. Er wurde ins Büro von Frau Schultz-Kramer zitiert und erhielt eine Abmahnung. Am nächsten Tag war er für zwei Wochen krank geschrieben.
Alle fragten sich, ob er überhaupt wiederkomme.
Er kam wieder, war aber nicht mehr der Gleiche. Er war ungepflegt. Er roch nach altem Schweiß und Zwiebeln und seine Wangen waren eingefallen und unrasiert. Aber die größte Veränderung lag in seinem Gesichtsausdruck. Statt der Verbitterung sprang einem nun der blanke Hass entgegen.
Herr Kühn sprach auch nicht mehr. Nur wenn es sich nicht vermeiden ließ, krächzte er ein heiseres Ja oder Nein hervor. Seine ABM konnte aus betriebsorganisatorischen Gründen leider nicht verlängert werden. Nach zwei Tagen war er für niemanden mehr in der Firma ein Thema.
Er war verbittert. Mit Ende 40 hatte er einen Schlaganfall erlitten. Die motorischen Defizite als Folge der Hemiparese beeinträchtigten ihn so sehr, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Ein Jahr nachdem er arbeitslos wurde, verließ ihn seine Frau. Er hatte weder finanzielle Rücklagen noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung und lebte fortan dank staatlicher Unterstützung am Existenzminimum. Mit Anfang 50 zog er in eine winzige Einzimmerwohnung in einem Plattenbau. Seine soziale Abstellkammer, mehr habe er im Leben wohl nicht mehr zu erwarten, sagte er. Seine Nachbarn sind rücksichtslos lärmende Asoziale, die ihn nachts um den Schlaf bringen.
Im Zuge einer ABM war er eingestellt worden. Er verrichtete einfachste Arbeiten: Ablagen sortieren, Briefe eintüten, den Reißwolf füttern. Finanziell brachte ihm das nichts, aber so gehe zumindest die Zeit schneller rum. In seiner Wohnung halte er es nicht aus.
Als er wieder mal in der Kantine seine Tiraden abließ, um seiner Verbitterung Luft zu machen, fielen angeblich die Wörter "Bimbos" und "Scheißkanaken", was eine Kollegin dazu veranlasste, sich über Herrn Kühn zu beschweren. Er wurde ins Büro von Frau Schultz-Kramer zitiert und erhielt eine Abmahnung. Am nächsten Tag war er für zwei Wochen krank geschrieben.
Alle fragten sich, ob er überhaupt wiederkomme.
Er kam wieder, war aber nicht mehr der Gleiche. Er war ungepflegt. Er roch nach altem Schweiß und Zwiebeln und seine Wangen waren eingefallen und unrasiert. Aber die größte Veränderung lag in seinem Gesichtsausdruck. Statt der Verbitterung sprang einem nun der blanke Hass entgegen.
Herr Kühn sprach auch nicht mehr. Nur wenn es sich nicht vermeiden ließ, krächzte er ein heiseres Ja oder Nein hervor. Seine ABM konnte aus betriebsorganisatorischen Gründen leider nicht verlängert werden. Nach zwei Tagen war er für niemanden mehr in der Firma ein Thema.
Herr S. war seit längerem mal wieder in der Stadtbibliothek: ausgedünnte Regale, Kinder an Spielkonsolen, Handygedudel, lärmende Jugendliche. Die Bibliothek sei ein „sozialer Treff“, erklärte ihm eine Angestellte. Er findet, die Bibliothek hat ihre Seele eingebüßt.
Freundlichkeit drückte er in Floskeln aus und auch sonst war nicht viel mit ihm los. Beruflich wie privat kam er prima zurecht. Er war mit sich höchst zufrieden.
Obwohl er es sich durchaus hätte leisten können, saß er aus Bescheidenheit immer auf den billigen Plätzen und war so zum Ruhigsein angehalten.
Freundlichkeit drückte er in Floskeln aus und auch sonst war nicht viel mit ihm los. Beruflich wie privat kam er prima zurecht. Er war mit sich höchst zufrieden.
Obwohl er es sich durchaus hätte leisten können, saß er aus Bescheidenheit immer auf den billigen Plätzen und war so zum Ruhigsein angehalten.
Sonntag, 7. April 2019
Seit der letzten Fortbildung hieß Robert Kirsch nur noch "Fräulein Kirsch" oder einfach nur "die Kirsche". Die Fortbildung hatte den Titel "Teamentwicklung und Kooperation – Schwerpunkt: Kommunikation und Konfliktlösung". Als sie morgens in den Seminarraum kamen, waren die Tische zur Seite geräumt und die Stühle im Kreis aufgestellt und somit war sofort klar, was sie erwartete: pseudopsychologisches Geschwätz, Rollenspiele, Diskussionen über Probleme und Gefühle und genauso war es dann auch. Diese Veranstaltungen, da waren sich so ziemlich alle einig, sind so nützlich wie ein Furunkel zwischen Arschloch und Hodensack.
Sie hatten sich gefragt, warum nur ihre Abteilung zu dieser "Fortbildung" musste. Aber schon in der Vorstellungsrunde wurde klar, wem sie es zu verdanken hatten. Jeder stellte sich kurz mit Namen und seinem Arbeitsbereich vor und sagte zu den Erwartungen an diese Veranstaltung mehr oder weniger nichts. Allein Robert Kirsch wurde ausführlicher. Ihn störe so mancher Umgangston, der in seiner Abteilung an den Tag gelegt werde. Manchmal fühle er sich regelrecht herablassend behandelt, zum Beispiel auch beim Mailverkehr, wo es Kollegen gebe, die es nicht mal für nötig erachten, eine Begrüßung oder Verabschiedung zu formulieren. Er selbst sei nun mal anders erzogen und leide unter dieser Verrohung der Kommunikation. Er erhoffe sich von der Fortbildung eine allgemeine Sensibilisierung für diese Problematik.
Die Dozentin nickte zustimmend und strahlte während seiner Ausführungen. Sie grinste von einem Ohr zum anderen, denn ihr wurde mal wieder bewusst, warum sie all das auf sich genommen hatte, warum sich all die Mühen gelohnt haben, warum sie nach ihrem abgebrochenen Studium des Sozialwesens, der Eheschließung und der langen Kinderpause doch noch den Mut und die Energie aufgebracht hat, die zwei von ihrem lieben Mann finanzierten Lehrgänge zu besuchen und sich damit auf das Abenteuer dieses beruflichen Quereinstiegs einzulassen: Sie wurde hier gebraucht. Wirklich gebraucht. Und sie konnte etwas bewirken. Sie wird diese Gruppe auf den richtigen Weg bringen und Herr Kirsch wird in seiner beruflichen Tätigkeit wieder Glück und Zufriedenheit erfahren.
Sie brachten die Fortbildung an zwei Tagen hinter sich, während die liegen gebliebene Arbeit auf ihren Schreibtischen auf sie wartete und lernten zum 20sten Mal das Vier-Seiten-Kommunikationsmodell von Schulz von Thun, was auch nach dem 20sten Mal keinerlei Nutzen im Alltag bringt.
Aber immerhin hatte Robert Kirsch jetzt einen lustigen Spitznamen und alle begannen jetzt ihre Mails an ihn mit "Sehr geehrter Herr Kirsch" und beendeten sie mit "Hochachtungsvoll".
Sie hatten sich gefragt, warum nur ihre Abteilung zu dieser "Fortbildung" musste. Aber schon in der Vorstellungsrunde wurde klar, wem sie es zu verdanken hatten. Jeder stellte sich kurz mit Namen und seinem Arbeitsbereich vor und sagte zu den Erwartungen an diese Veranstaltung mehr oder weniger nichts. Allein Robert Kirsch wurde ausführlicher. Ihn störe so mancher Umgangston, der in seiner Abteilung an den Tag gelegt werde. Manchmal fühle er sich regelrecht herablassend behandelt, zum Beispiel auch beim Mailverkehr, wo es Kollegen gebe, die es nicht mal für nötig erachten, eine Begrüßung oder Verabschiedung zu formulieren. Er selbst sei nun mal anders erzogen und leide unter dieser Verrohung der Kommunikation. Er erhoffe sich von der Fortbildung eine allgemeine Sensibilisierung für diese Problematik.
Die Dozentin nickte zustimmend und strahlte während seiner Ausführungen. Sie grinste von einem Ohr zum anderen, denn ihr wurde mal wieder bewusst, warum sie all das auf sich genommen hatte, warum sich all die Mühen gelohnt haben, warum sie nach ihrem abgebrochenen Studium des Sozialwesens, der Eheschließung und der langen Kinderpause doch noch den Mut und die Energie aufgebracht hat, die zwei von ihrem lieben Mann finanzierten Lehrgänge zu besuchen und sich damit auf das Abenteuer dieses beruflichen Quereinstiegs einzulassen: Sie wurde hier gebraucht. Wirklich gebraucht. Und sie konnte etwas bewirken. Sie wird diese Gruppe auf den richtigen Weg bringen und Herr Kirsch wird in seiner beruflichen Tätigkeit wieder Glück und Zufriedenheit erfahren.
Sie brachten die Fortbildung an zwei Tagen hinter sich, während die liegen gebliebene Arbeit auf ihren Schreibtischen auf sie wartete und lernten zum 20sten Mal das Vier-Seiten-Kommunikationsmodell von Schulz von Thun, was auch nach dem 20sten Mal keinerlei Nutzen im Alltag bringt.
Aber immerhin hatte Robert Kirsch jetzt einen lustigen Spitznamen und alle begannen jetzt ihre Mails an ihn mit "Sehr geehrter Herr Kirsch" und beendeten sie mit "Hochachtungsvoll".
Da er meinte, bei jeder Gelegenheit witzig sein zu müssen, sein Humor aber der schrulligen Art angehörte, waren die von ihm angerichteten Irritationen der eigentliche Witz. Sie konnten ihn nicht entlassen, seinem Vater gehörte der Betrieb.
Vorauseilend pessimistisch wälzte er Probleme, die in der Regel dann so gar nicht auftraten. Seine tatsächlichen Probleme kamen und gingen, ohne dass er sich groß damit beschäftigt hätte, schließlich hatte er ja ganz andere Probleme.
Schon als Kind waren ihm Ehrgeiz, Habsucht und Neid völlig fremd und wie zu erwarten, brachte er es zu nichts. Seine enttäuschten Eltern lernten erst im hohen Alter sein genügsames und gütiges Wesen zu schätzen.
Vorauseilend pessimistisch wälzte er Probleme, die in der Regel dann so gar nicht auftraten. Seine tatsächlichen Probleme kamen und gingen, ohne dass er sich groß damit beschäftigt hätte, schließlich hatte er ja ganz andere Probleme.
Schon als Kind waren ihm Ehrgeiz, Habsucht und Neid völlig fremd und wie zu erwarten, brachte er es zu nichts. Seine enttäuschten Eltern lernten erst im hohen Alter sein genügsames und gütiges Wesen zu schätzen.
Sonntag, 31. März 2019
Er hatte eine unbefristete Vollzeitstelle im öffentlichen Dienst und an den Wochenenden soff er sich sein Leben und die Frauen schön. In "Kralli's Eck" war er der King.
Endlich war auch er ein törichter alter Mann, nun wurde es ihm nachgesehen, dass er an allem etwas auszusetzen und zu meckern hatte. Der ganze Scheiß überall ging ihm schon so lange auf den Sack!
Endlich war auch er ein törichter alter Mann, nun wurde es ihm nachgesehen, dass er an allem etwas auszusetzen und zu meckern hatte. Der ganze Scheiß überall ging ihm schon so lange auf den Sack!
Sonntag, 17. März 2019
Sein Leben als Clown hatte er sich irgendwie spaßiger vorgestellt.
Er suchte die Stille und zog von der Stadt aufs Land; nur um festzustellen, dass es auch dort diese Typen gab, die bei jeder Gelegenheit herumbrüllen und daherpoltern und sich bevorzugt in seiner unmittelbaren Umgebung aufhielten. Wäre er doch bloß ohne Familie umgezogen!
Dr. med. Peter M. mag Bier und Hausmannskost. Ab und an besucht er gern elitäre Restaurants, weil ihn das theatralische Getue und Gehabe dort, diese steif inszenierte Lächerlichkeit so köstlich amüsiert.
Noch nie wollte er sein Hobby zum Beruf machen. Viel lieber sähe er sich in der privilegierten Position, aus seinem Beruf ein Hobby machen zu können.
Er suchte die Stille und zog von der Stadt aufs Land; nur um festzustellen, dass es auch dort diese Typen gab, die bei jeder Gelegenheit herumbrüllen und daherpoltern und sich bevorzugt in seiner unmittelbaren Umgebung aufhielten. Wäre er doch bloß ohne Familie umgezogen!
Dr. med. Peter M. mag Bier und Hausmannskost. Ab und an besucht er gern elitäre Restaurants, weil ihn das theatralische Getue und Gehabe dort, diese steif inszenierte Lächerlichkeit so köstlich amüsiert.
Noch nie wollte er sein Hobby zum Beruf machen. Viel lieber sähe er sich in der privilegierten Position, aus seinem Beruf ein Hobby machen zu können.
Sonntag, 10. März 2019
Jetzt, als Ex-Arbeitsloser verhält sich Uli L. gegenüber Arbeitslosen genauso arschig wie schon zuvor als Ex-Raucher gegenüber Rauchern.
Das war schon kein Tippen mehr, Frau H. schlug geradezu auf die Tastatur ein. Als der neue Kollege im Großraumbüro sich ein Herz fasste und sie zaghaft darauf ansprach, nahm sie sich im Affekt ihn statt der Tastatur vor.
Der Glanz ihrer bürgerlichen Existenz mit all den Annehmlichkeiten hing letztlich an seinem Arbeitsplatz, der für ihn immer mehr zu einem nur noch schwer begreifbaren, fragilen Konstrukt wurde. Sie lebten in Anspannung und Sorge.
Das war schon kein Tippen mehr, Frau H. schlug geradezu auf die Tastatur ein. Als der neue Kollege im Großraumbüro sich ein Herz fasste und sie zaghaft darauf ansprach, nahm sie sich im Affekt ihn statt der Tastatur vor.
Der Glanz ihrer bürgerlichen Existenz mit all den Annehmlichkeiten hing letztlich an seinem Arbeitsplatz, der für ihn immer mehr zu einem nur noch schwer begreifbaren, fragilen Konstrukt wurde. Sie lebten in Anspannung und Sorge.
Sonntag, 3. März 2019
Gefangen in einem harten Leben, worum ihn niemand beneidete, gelang es ihm, stets ruhig und gelassen zu bleiben, worum ihn alle beneideten.
Als der Pensionär Heinrich R. das günstige Mittagessen in der nahe gelegenen Uni-Mensa für sich entdeckte, ging das solange gut, bis er sich hocherregt mit den Studenten anlegte, die die Dreistigkeit besaßen, auf seinem Stammplatz zu sitzen.
Er war jung und wütend, das Gefällige konnte ihm gestohlen bleiben. Bei jeder künstlerischen Betätigung sollte es im Grunde darum gehen, zurück zu schlagen. Seine vom Amt vermittelte Ausbildung zum Schauwerbegestalter stand von Anfang an unter keinem guten Stern.
Als Kind reicher Eltern wurde er rundum verwöhnt und er gewöhnte sich daran, immer den leichtesten Weg einzuschlagen. In seinem späteren Leben rächte sich das nicht, die Welt war für ihn gemacht.
Als Herr G. die Allianz-Filiale verließ, bemerkte er noch die ausnahmslos blitzblanken BMWs und Audis auf dem Firmenparkplatz. Er bereute den eben vollzogenen Vertragsabschluss schon jetzt, kommender Montag war hier sein erster Arbeitstag.
Endlich war Gerd L. so weit: Nichts mehr vermochte ihn hier in Hast und Unruhe zu versetzen. Schon gar nicht, dass ihn junge Kollegen mitunter als Trantüte oder Lahmarsch bezeichneten. Mit in der Ferne verweilenden Augen kaute er selig sein Pausenbrot.
Als der Pensionär Heinrich R. das günstige Mittagessen in der nahe gelegenen Uni-Mensa für sich entdeckte, ging das solange gut, bis er sich hocherregt mit den Studenten anlegte, die die Dreistigkeit besaßen, auf seinem Stammplatz zu sitzen.
Er war jung und wütend, das Gefällige konnte ihm gestohlen bleiben. Bei jeder künstlerischen Betätigung sollte es im Grunde darum gehen, zurück zu schlagen. Seine vom Amt vermittelte Ausbildung zum Schauwerbegestalter stand von Anfang an unter keinem guten Stern.
Als Kind reicher Eltern wurde er rundum verwöhnt und er gewöhnte sich daran, immer den leichtesten Weg einzuschlagen. In seinem späteren Leben rächte sich das nicht, die Welt war für ihn gemacht.
Als Herr G. die Allianz-Filiale verließ, bemerkte er noch die ausnahmslos blitzblanken BMWs und Audis auf dem Firmenparkplatz. Er bereute den eben vollzogenen Vertragsabschluss schon jetzt, kommender Montag war hier sein erster Arbeitstag.
Endlich war Gerd L. so weit: Nichts mehr vermochte ihn hier in Hast und Unruhe zu versetzen. Schon gar nicht, dass ihn junge Kollegen mitunter als Trantüte oder Lahmarsch bezeichneten. Mit in der Ferne verweilenden Augen kaute er selig sein Pausenbrot.
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