Er regt sich wieder mal auf, wieder irgendeine banale Ärgerlichkeit bei der Arbeit, nimmt es mit nach Hause und nervt seine Frau damit. Er geht jetzt auf die 60 zu, 20 Jahre bleiben ihm vielleicht noch, vielleicht eher schlecht als recht, und das ist sein Weg, damit umzugehen.
Er ist still, zurückhaltend, bleibt lieber im Hintergrund. Gerade bei der Arbeit, im Betrieb, wo sich immer wieder diese Spinner aufspielen und sich mitunter in die Haare kriegen; Irrsinnige, die sich in ihrem Irrsinn verwirklicht sehen wollen. Denen schaut er nur zu gern zu.
Er sagte nichts, dachte sich seinen Teil, sprach in Floskeln. Er wollte nicht irgendwo reingezogen werden, sich womöglich selbst irgendwo reinmanövrieren – und schon gar nicht in irgendeiner Weise glänzen, sich hervortun; aus der Dummheit war er glücklicherweise rausgewachsen.
Nahezu täglich beklagt er sich über die Dummheit der Menschen. Ohne sich damit auch nur ansatzweise auch mal selbst zu meinen. Die Verbitterung sitzt tief bei ihm, steht ihm längst ins Gesicht geschrieben. Manchmal lacht er gehässig, dann fühlt er sich soweit ganz gut.
Dieses Gebrüll und Gegröle schmerzt ihn in den Ohren, zerrt an seinen Nerven. Nun, dem verantwortlichen Krakeeler ist das reichlich egal. So ein richtiger Krakeeler, der kennt da nix, der lässt sich nicht beirren, der lässt es raus, alles, jeden Unfug, jeden Dreck.
Er wollte nur weg, raus aus dem Dorf, rein in die Welt, in die Großstadt, was erleben. Und dann wollte er nur noch raus aus der Großstadt, weg von dem Lärm, den Menschen. Und kaum zurück auf dem Land, zog es ihn wieder weg. Im Grunde wollte er zeit seines Lebens immer nur weg.
Was tun die Menschen nicht alles aus Langeweile! – Zu den langweiligsten Dingen lassen sie sich hinreißen, es ist ein Trauerspiel, ein einziges Trauerspiel.