Er hatte ein Auge auf die gesamte Nachbarschaft, wusste über alles Bescheid, sah sich bei allem im Recht. In seiner bornierten Welt war er ein bedeutender Mann.
Nein, er glaubte an keinen gütigen Gott. So wie's in der Welt zugeht, wie kann man da an 'nen gütigen Gott glauben? Oder überhaupt an Güte? Oder Mülltrennung, auch so 'ne Sache, da ließ er sich auch nicht von überzeugen.
Ja sicherlich gibt es ein Leben nach dem Tod, nur eben nicht für den Betroffenen.
Er hängte sich Weisheiten an die Wand, kluge Sprüche in schöner Schrift, hoffte, dass es was änderte an seinem Unglück.
Von provinzieller Gelassenheit keine Spur. Gemächlichkeit vielleicht hier und da – und darunter dann immer wieder viel Gehässigkeit, provinzielle Gehässigkeit.
Unablässig sprach er von der Dummheit der Leute, von Idioten, von Schwachköpfen, von Hohlbratzen – ohne sich auch nur ansatzweise dabei auch mal selbst zu meinen. Nun, die Leute ließen ihn reden, gaben ihm Recht, wussten, er brauchte das.
Nein, er war kein Freund dieser Erde. Ein Schlachtfeld sah er in ihr, ein einziges Schlachtfeld. Und ein Komposthaufen. Ein Schlachtfeld und Komposthaufen. Wenn zur Saison die Städter kamen und von Natur und Landschaft schwärmten, beneidete er sie fast um ihre Ignoranz.
Das Leben war ihm unsympathisch und das, so sein Eindruck und Gefühl, beruhte auf Gegenseitigkeit.