Ihr ging es ja nicht in erster Linie darum, etwas zu sagen, ihr ging es erst mal nur ums Reden. Ihn machte das wahnsinnig und sie meinte, er solle doch mit ihr darüber reden.
Herr B., pensioniert, gutsituiert, engagiert, verstand die Welt nicht mehr. Was ihn aber in keinster Weise davon abhielt, sie anderen zu erklären – ganz im Gegenteil.
Kam er ins Reden, und das kam er oft, war er sich dann selbst der erbaulichste Zuhörer.
Je übler und zehrender die Arbeit, desto übler auch die Bezahlung. Er hatte sich damit abgefunden und wusste auch, dass er da nicht mehr raus kam. Es sei denn, ein außerordentlicher Glücks- oder Unglücksfall sorgte dafür. Und so langsam käme ihm auch das Unglück gelegen.
Kompetenz, Fleiß, Intelligenz, Eloquenz, Kontaktfreudigkeit: alles da. Aber das Entscheidende, die unabdingbare Kälte und Rücksichtslosigkeit: Nun, da konnte er nicht mithalten; da stand er in dem Gedränge vor der Karriereleiter von Anfang an auf verlorenem Posten.
Beide waren sie dumm und zänkisch und wenn sie sich mal wieder gegenseitig angifteten, schauten sie dabei in einen Spiegel, ohne es zu merken. Ohne es je zu begreifen, ihr ganzes beschissenes Leben lang.
Er erklärt, er tue es aus Mitgefühl, für ihn eine Selbstverständlichkeit. Immer wieder lässt er das hier und da in einen Nebensatz einfließen, wartet auf Anerkennung, auf Lob. Ob er es überhaupt tut, weiß man nicht. Und lügt er, so interessiert das auch schon keinen mehr.
Bier, erstmal Bier, und dann Bohnen, einen Riesentopf Bohnen, mit Zwiebeln, mit Zwiebeln und Speck, und dann wird er furzen, wieder und wieder, lustvoll und frei. Seit Jahren hat er mal die Wohnung für sich allein, das ganze Wochenende, er ist der glücklichste Mensch der Welt.
Ja, mehr Verzicht wäre klüger gewesen. Jetzt – alt, erschöpft, entnervt und mit diesem ganzen Mist am Hals – fragte er sich, was ihn bloß all die Jahre nur immerzu geritten hatte.