Sonntag, 18. Oktober 2026

 Absurde Tätigkeiten, nervöse Geschäftigkeit, hysterische Kollegen; Tag um Tag, ausweglos – aber noch war er bereit, darüber zu lachen, lautlos laut zu lachen.


Ben Cartwright von der Ponderosa war sein großes Vorbild: ein Mann mit Rückgrat, Mumm und Prinzipien. Oder dann Jean-Luc Picard von der Enterprise, der war auch so. Und es gab noch mehr. Den Großteil seines Lebens erstrebte er dieses Ideal. Und hockte er vorm Fernseher.


Er hörte zu und lächelte, ließ einen ausreden, sagte einfach nichts und dann redete man weiter, weil man das Schweigen nicht aushält. Und passte man nicht auf, redete man sich auch schon um Kopf und Kragen. Und dann lächelte er immer noch, dann auch mit den Augen.


Er hockt viel in seiner Wohnung rum. Draußen ist ihm zu viel Affentheater. Früher hatte er da noch mitgemischt, hatte er sich auch zum Affen gemacht. Ja, das waren noch Zeiten.


Er wollte immer gern Keith Richards sein, zog sich an wie er, hatte die Haare wie er, trank Whiskey, rauchte, auch den zugedröhnten Blick hatte er drauf. Einmal nahm er Gitarrenunterricht, aber das haute irgendwie nicht so richtig hin. Dafür hatte er ja aber all das andere.


Schön hatten sie es sich gemacht. Und bequem. Sich eingerichtet in einer sorglosen Bequemlichkeit, die auf Dauer unmöglich zu ertragen war. Und so machten sie sich dann nach und nach das Leben gegenseitig selbst zur Hölle.


Lebensscheu sei er. Und sehnsuchtsentwöhnt. Sie fand immer so treffende Wörter für ihn. Komische, originelle Wörter, die beschrieben, was mit ihm los war. Direkt helfen konnten die ihm zwar nicht, aber es waren nun auch seine Wörter, er konnte sie jederzeit in Anspruch nehmen.