Auch im hohen Alter hing er noch am Leben. Obwohl es ihm schon längst nicht mehr gefiel, das Leben. Wahrscheinlich hing er aus Gewohnheit noch dran. Die Gewohnheit hatte immer schon über ihn bestimmt, ihn von vorn bis hinten durchs Leben bugsiert, ihm immer alles abgenommen.
Lange Zeit hatte er den Blick nach innen gerichtet, wollte was aus seiner Seele machen. Mit mäßigem Erfolg. Er schaute dann wieder nach außen, beobachtete, arbeitete an seiner Außenwirkung – und es funktionierte, es war der richtige Schlüssel, auch zu seiner Seele.
Und dann gefiel ihm die Idee, sich mehr und mehr zu verkleinern. Weniger machen, weniger haben – sich Stück für Stück aus einem Leben zu verdrücken, mit dem man nichts mehr zu schaffen hat, im Grunde noch nie was anzufangen wusste, das man nie geliebt hat.