Er kam betrunken nach Hause, wenn die anderen zur Arbeit aufbrachen, schlief, während die anderen arbeiteten. Dann schaute er fern und dann zog er wieder los in die Kneipen. Früher hatte er auch anders gelebt. Mit Frau, PKW und Festanstellung, das hatte auch zu nichts geführt.
Die Korinthenkacker hatten nun mal das Sagen, das Korinthenkacken war Prämisse, Mindset, die Seele des Betriebs. Und so gab man den Neuen zwei, maximal drei Monate, zeigten sie dann noch keine Anzeichen von Korinthenkackerei, wurde es eng für sie.
Selbst im Umgang mit den Kunden war sie ungeduldig und ungehobelt. Und unter ihrer rauen Schale verbarg sich auch kein weicher Kern. Und ob sie nun mit sich selbst zufrieden, glücklich oder im Reinen war, fragte sie sich erst gar nicht. Sie funktionierte, das war ihr wichtig.
Seit 16 Jahren arbeitete er dort und hatte nun begriffen, dass er in einen Trupp von Verlierern geraten war und dass er längst dazugehörte. Aber nicht nur da, wo immer er auch schaute: Er sah nur noch Verlierer, Luschen – verkorkst, mutlos, hohl. Er sah, was er fühlte.
Kam er von der scheiß Arbeit nachhause in seine Einzimmerbude und sah, dass da der scheiß Anrufbeantworter blinkte, war der Feierabend schon für ihn gelaufen. Völlig egal, welches Arschloch da jetzt angerufen hatte, der scheiß Feierabend war gelaufen.