Montag, 2. Februar 2026

 Er fand seinen Beruf nur noch lächerlich und arbeitete stur und unbeteiligt vor sich hin. Das Arbeiten war ihm eine Ablenkung von der Arbeit.


In dem Betrieb war es erforderlich, dass alle Angestellten ihre Urlaubstage ein Jahr im Voraus planten; eine längst akzeptierte Selbstverständlichkeit. Überhaupt, so schien es ihm, hatte dort niemand ein Problem damit, sich sein Leben derart abwürgen zu lassen.


Er wusste, spürte es, es kommt der Tag, wo er sich nicht mehr aufraffen kann. Wo er sich morgens keine Pausenbrote mehr schmiert, die Aktentasche stehen lässt, nicht zur Arbeit erscheint, sich nicht abmeldet, das Telefon ausstellt. Und dann alles auf sich zukommen lässt.


Ganz klar, er ist ein Gewinner, immer schon, früher beim Sport, Bezirksoberliga, und jetzt bei der Arbeit, Kreissparkasse. Ehrgeizig ist er, gewandt, oberflächlich und fest entschlossen, seinen Weg zu machen, oben anzukommen – seine Eltern sind nicht minder stolz auf ihn.


Schon in jungen Jahren ärgerte er sich – geradezu in Jähzorn geriet er – über seine Fehler, die ihn Geld gekostet hatten. Andere sah er erst gar nicht oder tat sie mit einem Schulterzucken ab. So war er also bestens aufgestellt für das, was seine Generation erwartete.