Er machte sich nichts mehr vor, die wenigen noch verbliebenen Illusionen waren blass, zerschlissen, kraftlos und neue stellten sich schon lange nicht mehr ein. Er fühlte sich deswegen nicht unbedingt unglücklich, glücklich aber auch nicht; nun denn, ein Stück Freiheit war's.
Musste er sich anhören, wie andere wortreich von etwas schwärmten, einem Kinofilm etwa, einem Sonnenuntergang oder dem letzten Festtagsessen, so ließ er es eben über sich ergehen, wie eine Zahnbehandlung etwa, eine Magenspiegelung oder die letzte Familienfeier.
Das Aufstellen und engmaschige Überwachen ausgeklügelter Regeln gefiel ihm zusehends. In der kleingeistigen Gängelung anderer sah er seine Bestimmung, den Grund sich morgens aus dem Bett zu erheben, anders war das nicht mehr zu erklären.
Zu Geburtstagen oder Weihnachten verschenkte er Dinge, die ihm selbst gefielen, die er sich selbst auch schon zugelegt hatte. Und nicht nur beim Schenken, bei allem ging er von sich aus, von seiner Sicht, seinem Geschmack, seiner Überzeugung. Er war da recht unkompliziert.
Nun, in seinem ganzen Auftreten bündeln sich so einige charakterliche Defizite. Aber das sieht er nicht, selbstverständlich sieht er das nicht. Was er sieht, ist, dass er ungerecht und unangemessen behandelt wird; von allen, überall, wieder und wieder.